Vorhersage

 

 

© Gerd Altmann(geralt) / PIXELIO


Synoptische Übersicht: Analyse Wetterlage und met. Beurteilung numerischer Vorhersagen

Diese Daten werden vom Deutschen Wetterdienst (DWD) bereitgestellt.

Kurzfristige synoptische Übersicht

An den Alpen noch Dauerregen, sonst vorerst wahrscheinlich keine markant zu bewarnenden Wetterereignisse.

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC

Montag... liegt Deutschland im Bereich eines diffusen Höhentroges, der wenig dynamische Antriebe liefert. Dieser Trog wird zudem durch ein Hoch über Fennoskandien und dem Nordmeer blockiert, so dass ein Austropfen nach Südeuropa einsetzt. Das mit dem Trog korrespondierende und zunächst noch wetterwirksame Bodentief verlagert sich von der Deutschen Bucht zu den Dänischen Inseln. An dessen Südflanke frischt der Wind auf, so dass an der Nordsee und von dort auch etwas weiter landeinwärts Windböen auftreten. Unmittelbar an der Nordsee ist zudem Starkregen (mehr als 20 mm innerhalb von 6 Stunden) nicht ganz auszuschließen. Bedingt durch eine Zyklogenese über Südosteuropa (die durch den o.g. Austropfprozess noch einmal etwas "angefeuert" wird) können hierdurch induzierte Aufgleitprozesse (natürlich in deutlich abgeschwächter Form) auf die Alpennordseite übergreifen. Zudem kommt es durch die nördliche Anströmung der Alpen zu staubedingten Niederschlägen, so dass dort die Dauerregenlage bestehen bleibt. Bis Dienstagfrüh kommen dort zum bereits gefallenen Niederschlag noch einmal 20 bis 40 mm hinzu. Aufgrund der geringen Niederschlagsintensität kommt dort nur das 72-std. Kriterium zum Ansatz. Im Tagesverlauf greift auf die Nordsee ein breiter Höhenrücken über, der von Warmluftadvektion überlaufen wird. Hierdurch kommen von Nordwesten und Westen her erneut Niederschläge auf, ohne dass aber Warnschwellen erreicht werden. Diese erfassen später den gesamten Norden und auch Teile der Mitte. Wolkenlücken dürften heute die große Ausnahme bleiben, so dass nur Tageshöchsttemperaturen zwischen 8 und 14 Grad zu erwarten sind. In der Nacht zum Dienstag schwenkt der Höhenrücken nach Südosten und greift auf Deutschland über. Das korrespondierende Bodenhoch weitet sich von der Iberischen Halbinsel nach Süddeutschland aus, so dass sich dort eine schwachgradientige Lage einstellt. Aufgrund der meist vorherrschenden starken Bewölkung sollte jedoch die Nebelneigung gering bleiben. Andauernde Warmluftadvektion hält eine leichte Niederschlagstätigkeit aufrecht. Da an den Alpen die Anströmung aus nördlichen Richtungen (an der Vorderseite des Höhenrückens) bestehen bleibt, kann dort von einer Andauer der staubedingten Niederschläge (mit geringen Niederschlagsintensitäten) ausgegangen werden.

Dienstag... regeneriert sich, gestützt durch weitere Warmluftadvektion, der Höhenrücken in seinem westlichen Teil, wodurch sich über dem Vorhersagegebiet eine antizyklonale und zunächst westliche Strömung einstellt. In diese läuft die Warmfront eines Tiefs bei Island herein, wodurch nach einem vorübergehenden Nachlassen von Nordwesten und Westen her erneut Niederschläge einsetzen. Dabei ist auch wieder kräftige Warmluftadvektion mit im Spiel. Der Osten wird von diesen Niederschlägen wahrscheinlich noch nicht erfasst, in der Mitte und im Süden hält sich der Einfluss eines Hochkeils (der mittlerweile Anschluss an das über Westrussland liegende Hoch gefunden hat), so dass dort nur geringe Niederschläge zu erwarten sind. Mit dem Übergreifen des Höhenrückens auf den Alpenraum sollte dann auch auf der Alpennordseite der Regen aufhören, so dass dann die dort noch gültigen Warnungen aufgehoben werden können. Im Norden geht das Übergreifen der Warmfront mit einer Gradientzunahme einher. Allerdings reicht es nur an einigen Küstenabschnitten der Nordseeküste für Windböen und auf dem Brockenplateau vielleicht für stürmische Böen. Mit dem Übergreifen der Warmfront geht im Westen und in tieferen Lagen Südwestdeutschlands ein Temperaturanstieg auf 12 bis 16 Grad einher. Höhere Maxima sind aufgrund der meist geschlossenen Bewölkung eher unwahrscheinlich. In den anderen Gebieten sind 9 bis 14 Grad zu erwarten. In der Nacht zum Mittwoch wird durch einen markanten, relativ weit nördlich sich verlagernden Trog eine Skagerrak-Zyklogenese induziert. Dies lässt die Warmfront mit ihren Niederschlägen rasch und weniger schleifend als bisher auf den Nordosten Deutschlands übergreifen. Zudem erfolgt an der Südflanke des Skagerrak-Tiefs eine weitere leichte Gradientzunahme, so dass an der gesamten Küste Windböen, an der Nordsee stürmische Böen und an der nordfriesischen Küste sowie auf dem Brocken Sturmböen auftreten können. Nach Süden hin bleibt es gradientschwach, so dass sich, falls es dort aufklaren sollte, relativ rasch Nebel bilden kann.

Mittwoch... wird das o.g. Tief vom Skagerrak nach Mittelschweden gesteuert und beginnt die mitteltroposphärische Strömung leicht zu deformieren, woraus sich über dem Vorhersagegebiet eine west- nordwestliche, aber noch leicht antizyklonal gekrümmte Strömung ergibt. In diese Strömung läuft die Kaltfront des o.g. Tiefs herein und verlagert sich schleifend bis etwa zu einer Linie Spreewald - Niederrhein. Von der Wetterwirksamkeit hat die Kaltfront nicht viel zu bieten, im Frontbereich kommen nur wenige Millimeter Niederschlag zusammen. Allerdings frischt dann auch an der Ostsee der Wind noch etwas auf, vielleicht auch mit stürmischen Böen in exponierten Küstenlagen, bevor an der Nordsee und zum Abend hin auch an der Ostsee der Gradient auffächert und der Wind abflaut. Nach Südwesten und Süden hin sind Auflockerungen wahrscheinlicher als an den beiden Tagen zuvor (falls sich nicht in der Nacht zum Mittwoch teils dichter Nebel gebildet hat, der sich dann nur zögernd auflösen dürfte). Da aber auch in den anderen Gebieten eher nur geringe Niederschläge zu erwarten sind und zudem durch den Gradienten Durchmischung zu erwarten ist, kann landesweit von einem Temperaturanstieg auf 14 bis 19, in tieferen Lagen Südwestdeutschlands mit Hilfe der Sonne auf 20 Grad ausgegangen werden. In der Nacht zum Donnerstag bahnt sich über dem Azorenraum die Entwicklung von einem Tiefdruckkomplex an, was die über der Mitte Deutschlands schleifende Front als Warmfront rückläufig werden lässt. In deren Bereich hält sich noch mehrschichtige Bewölkung. Für einige Millimeter Niederschlag sollte es jedoch nur in den Staulagen der Mittelgebirge reichen. Dynamische Antriebe lassen sich nicht finden. Nach Norden hin bleibt aufgrund der Nähe zur Frontalzone der Gradient noch bestehen, wodurch weiterhin an einigen Küstenabschnitten Windböen auftreten können. Nach Süden hin dürfte sich nach vorübergehendem Aufklaren verbreitet teils dichter Nebel bilden.

Modellvergleich und -einschätzung

Die vorliegenden Modelle zeigen eine weitgehend ähnliche Entwicklung. Anhand der synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede ableiten. Auch hinsichtlich der Dauerregensituation an den Alpen werden die oben getroffenen Aussagen weitgehend gestützt. COSMO-LEPS und auch GFS als deterministisches Modell lassen an den Alpen noch geringfügig höhere Niederschlagssummen (bis Dienstagmittag exponiert 45 bis 50 mm) zu. Die dort aktuell laufenden Warnungen müssen deshalb nicht geändert werden.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Thomas Schumann